Unterschiedliche Auffassung führt zur vorzeitigen Wahl

Die Mitglieder des Angelvereins Oebisfelde und Umgebung haben den Breitenroder Steffen Lachmann auf der Jahresversammlung am Sonntag zum Vorsitzenden gewählt. Nach nur einem Jahr Abstinenz steht Lachmann damit wieder an der Spitze des Vereins – nicht ganz freiwillig.

Von Harald Schulz

Es war dann bereits mit der Eröffnung der Jahreshauptversammlung des Angelvereins Oebisfelde und Umgebung die Aufgabe des später durch eine offene Abstimmung zum Vorsitzenden gewählten Steffen Lachmann, die Mitglieder
über die Umstände dieser außerordentlichen Neuwahl zu informieren. Der Breitenroder
war vom Restvorstand bereits vor wenigen Tagen mit der Führung des Vereins beauftragt
worden, weil der bis dahin in dieser Funktion verantwortlich René Stefani seinen Posten
am 12. Februar mit sofortiger Wirkung niedergelegt hatte, so die Erläuterung von Lachmann. Als Begründung gab der neue Vorsitzende an, dass unterschiedliche Auf- fassungen von Vorstandsbeschlüssen zur Reaktion von Stefani geführt hätten.
Auslöser für den Schritt sei die Durchführung des letztjährigen Fischerballs gewesen.
Das diesjährige Ballvergnügen soll wieder nach den alten Vorgaben, zum gewohnten
Eintrittspreis mit Tombola stattfnden, so der Tenor der Versammlung.

Verein kein finanzieller Schaden entstanden

Stefani selbst war auf der Jahresversammlung nicht anwesend.
Wie der Vorstand informierte, bleibt Stefani weiterhin Mitglied und beauftragter Kontrolleur
für den Verein. Ein Schaden sei dem Verein durch diese unterschiedlichen Auffassungen
nicht entstanden, wie die Revision der Versammlung versicherte.

Bleeke soll dieses Jahr entschlammt werden

Auch das Vereinsleben der insgesamt 152 Mitglieder hatte 2016 nicht gelitten.
Zwar bilanzierte Lachmann einen finanziellen Verlust in Höhe von knappen 3000 Euro,
was einer Reparatur des Vereinsbullis und dem Kauf von Karpfenbesatz geschuldet ist.
Die Pflege von Vereinsgewässern steht in diesem Jahr im besonderen Fokus des Vereins.
Die Entschlammung der Buchhorster Bleeke wird in diesem Tagen bei der Naturparkverwaltung beantragt.
Die Maßnahme wird mit zirka 1500 Euro zu realisieren sein,
schätzt Kassenwart Jürgen Heina. Kann das Vorhaben umgesetzt werden,
hat der Landesangelverband den Fischerstbesatz zugesagt. Und als zweite Maßnahme soll das Fällen von Bäumen entlang des Peisten-Graben vorangetrieben werden.
Und der neugewählte Vorsitzende informierte, dass die Kontrolleure aus der Haldenslebener Nachbarschaft ab sofort nicht mehr an den Oebisfelder Vereinsgewässern Überprüfungen vornehmen dürfen. Der Vertrag ist mit Wochenbeginn nichtig.

Flachwasserzone ist für Angler absolut tabu

Beauftragte Vereinsmitglieder haben allein in 2016 bei insgesamt 148 Kontrollen wieder
74 Verstöße gegen das Fischereigesetz festgestellt. Häufigste Vergehen waren das Angeln
ohne oder mit ungültigen Papieren sowie der Einsatz von nicht zugelassenen Angelgerätschaften. Lachmann betonte dabei, dass das Angeln in der Flachwasserzone
Mannhausen verboten ist. Wer dort auf Fischfang geht, riskiert unweigerlich
den Entzug der Angelkarte und wird wegen Fischwilderei angezeigt.
Was auf der Jahresversammlung der Oebisfelder Angelfreunde nicht fehlen darf,
ist die Auszeichnung der besten Angelfreunde: Den ersten Rang beim Hegeangeln und damit der Träger der Vereinsangelkette erreichte Mario Rauh mit 3520 Punkten.
Ihm folgten auf Platz zwei Roman Schrader mit 3220 Punkten und David
Jordan mit 2010 Punkten.